World Series of Poker winners - Was ist mit ihnen passiert?

Fast jeder Pokerspieler träumt davon einmal die World Series of Poker zu gewinnen. So ein Sieg bedeutet Ruhm und Ehre, und natürlich auch Millionen von Dollar an Preisgeld. Ein Sieg beim Main Event ist heutzutage wohl irgendwo zwischen $ 10 Millionen auf 20 Millionen Dollar wert. Neben den ca. $ 9 Mio. für den ersten Platz, gibt es unzählige Möglichkeiten für Sponsoring und Vermarktungsverträge. Ein WSOP-Main Event – Gewinner hat für den Rest seines Lebens ausgesorgt. [1].

Aber zu gewinnen hat auch seine negativen Seiten. Als Persönlichkeit des öffentlichen Lebens kann die Verantwortung manchmal überwältigend sein. Am schwierigsten ist vielleicht die Tatsache dass einem die Freizeit nicht mehr nach Belieben zur Verfügung steht. So etwas wie einen typischen Tag gibt es nicht. Es hat eben seinen Preis eine Person der Öffentlichkeit zu sein. Für einige Poker-Champions ist dieser Preis zu hoch. Das Scheinwerferlicht brennt heiß, zu heiß für einige, die sich entschieden zu gehen.

In den vergangenen vier Jahrzehnten haben die meisten Poker-Champions ihren Ruhm genossen. Zu den größten Stars gehört "Amarillo Slim" Preston, der 1972 gewann und ein Dutzend Auftritte in NBC’S "Tonight Show" hatte. Er wurde zum ersten national bekannten Poker-Superstar. Stu Ungar wurde eine Poker-Legende, zu Recht, wie seine beispiellosen drei Main Event - Siege und sein exzentrisches Auftreten beweisen [2]. Dann gibt es Champions, die das Aushängeschild des Poker wurden, einschließlich Johnny Chan, Phil Hellmuth, und Chris "Jesus" Ferguson.

Jedoch entschieden sich einige Champions sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, und die Anonymität dem Rampenlicht vorzuziehen. Hier sind fünf Vanishing Acts und ihre Geschichten:

 Hal FowlerHal Fowler (1979) - Fowler war der erste Amateur-Spieler, dem es gelang das WSOP Main Event zu gewinnen. Es ist vielleicht das traurigste Geschichte eines Ex-Weltmeisters. In den Monaten nach seinem beeindruckenden Sieg im Jahr 1979, verlor Fowler de größten Teil seiner Gewinne bei High-Limit-Spielen, die deutlich über seiner Bankroll und seinen spielerischen Qualitäten lagen. Pleite und niedergeschlagen nahm er nie wieder an der WSOP teil. Er kehrte zurück in seine Heimat in der Nähe von Los Angeles, an Diabetes erkrankt und süchtig nach verschreibungspflichtigen Medikamenten.

Fowler geriet in Vergessenheit. Es dauerte 25 Jahre, bevor jemand die tatsächliche Wahrheit entdeckte und das Rätsel über Fowlers Verbliebenheit auflöste. Der britische Poker-Autor Des Wilson, widmete der Erforschung Fowler’s trauriger Geschichte viel Zeit, und verewigte ihn in seinem meisterhaften Poker-Buch "Ghosts at the Table." Wahrlich eine herzzerreißendsten Geschichten in der Geschichte des Poker.

 

Mansour MatloubiMansour Matloubi (1990) - Matloubi gewann das Main Event im Jahr 1990. Der in London ansässige gebürtige Iraner wurde er der erste nicht-amerikanische Weltmeister. Drei Jahre später hatte er seinen zweiten Auftritt am Final Table und wurde Vierter. Matloubi verbrachte den größten Teil der 1990er Jahre auf der amerikanischen Poker-Tour. Er war auch einer feste Größe im High-Stakes Cash Game. Den größten Teil seiner Poker - Gewinne machte er allerdings mit Baccarat.

Das letzte Mal dass Matloubi bei einer WSOP im Geld war, war 2001. Danach hat er nicht an der WSOP teilgenommen. Matloubi zog schließlich von London nach Bangkok, Thailand, wo er mit Frau und Kind lebt. Er spielt nur noch gelegentlich Turniere in Asien.

 

Hamid  DastmalchiHamid Dastmalchi (1992) – Der Weltmeister von 1992 gewann insgesamt drei Gold-Armbänder. Er war auf seinem spielerischen Höhepunkt in den 1990er Jahren, und spielte mehrere legendäre Cash Games, vor allem die berühmte Andy Beale Series, zwischen dem Bankier aus Texas und einem Poker-Konsortium namens "The Corporation". Über Dastmalchis Hintergrund wurde während der Zeit, als er mehrere wichtige Events gewann, viel spekuliert. Er war angeblich ein reicher Immobilieninvestor aus San Diego, und spielte Poker nur in seiner Freizeit. In Wirklichkeit war Dastmalchi seit mehreren Jahren ein Vollzeit-Poker-Profi, und erfolgreich in Cash-Games und Turnieren. Aber dann begannen die Dinge schief zu laufen. Im Jahr 1999 wollte er etwa 750.000 US-Dollar in Casino-Chips in Bargeld umtauschen, das Binion Horseshoe-Management verweigerte ihm aber die Zahlung. Wütend über die Entscheidung, klagte Dastmalchi, nach einem mehrere Monate dauernden Streit ging der Fall schließlich an das Nevada Gaming Board, das dann zu seinen Gunsten entschied. Dastmalchi wurde ausbezahlt, aber seine Wut gegen das Horseshoe blieb. Er boykottierte fortan die WSOP und ging so weit, sein WSOP-Armband zu verkaufen [3].

Im gleichen Zeitraum spielte Dastmalchi eine Non-Stop-Poker-Marathon-Sitzung im The Mirage Casino, die über vier aufeinanderfolgende Tage dauerte. Er war so erschöpft, daß er am Tisch zusammenbrach. Ein Krankenwagen wurde gerufen und Dastmalchi wurde auf einer Bahre aus dem Casino transportiert. Verärgert über die Verluste während einer Pechsträhne und dem was im Horseshoe passiert war, verlor er seine Begeisterung für Poker.

Das letzte Mal dass Dastmalchi bei einem großen Turnier im Geld landete war 2004. Freunde, die Dastmalchi kennen, spekulieren, dass er nun andere Interessen verfolgt und möglicherweise sogar nicht mehr in den Vereinigten Staaten lebt.

 

Russ  HamiltonRuss Hamilton (1994) - Eines der dunkelsten Kapitel in der Poker-Geschichte ist das des Weltmeisters von 1994, Russ Hamilton. Nach seinem Triumph bei der WSOP unterhielt Hamilton zunächst eine Reihe von erfolgreichen Unternehmen und war an vielen gemeinnützigen Aktivitäten beteiligt, vielleicht mehr als jeder andere Spieler in den letzten zwanzig Jahren. Er veranstaltete Golfturniere mit hohen Einsätzen. Er gründete die Ultimate Blackjack Tour und spielte in der World Series of Blackjack. Er verdiente astronomische Summen als Berater für eine große Online-Poker-Seite. Hamilton’s Erfolgsstory kam 2007 zu einem abrupten Ende, als er in einen Online-Glücksspiel-Skandal verwickelt war. Seine angebliche Beteiligung war Thema in der TV-Show "60 Minutes" und in jüngerer Zeit in einem einstündigen Beitrag auf CNBC. Seit 2008 meidet Hamilton alle Poker-Turniere, einschließlich der WSOP. Er war einer von nur vier ehemaligen Weltmeistern, der nicht an der speziellen Champions Cup Freeroll teilnahm, die im letzten Jahr statt während der WSOP stattfand [4]. Hamilton schwieg über den Skandal und seine angebliche Beteiligung [5].

Heute lebt Hamilton in Las Vegas und genießt seinen vorzeitigen Ruhestand. Aber sein Name und sein Ruf bleiben getrübt bis zur endgültigen Klärung aller offenen Fragen. Bis dahin erwartet niemand, dass Hamilton wieder an der WSOP, oder irgendeinem anderen Poker-Event teilnehmen wird.

 

J.J. J.J. "Noel" Furlong (1999) - Furlong bleibt der einzige irische Poker Champion in der WSOP - Geschichte. Wie mit einigen seiner Vorgänger, bleibt die Biographie des in Dublin geboren Poker-Champions teilweise ein Geheimnis. Furlong’s Spitzname "Noel" stammt daher, dass er an einem Weihnachtstag geboren wurde. Er war zweimal im Main Event Final Table, das erste Mal 1989, das zweite Mal, als er gewann, im Jahr 1999. Furlong’s Sieg bleibt unvergesslich. Einige seiner Gegner gaben später an, dass Furlong furchtlos gespielt hat, als ob der Millionen-Dollar Hauptpreis überhaupt keinen Wert hätte [6]. Vielleicht war es seine Happy-go-lucky-Strategie, immerhin war er bereits ein Multi-Millionär, und Besitzer einer sehr erfolgreichen Teppichboden-Fabrik mit Sitz in Irland, Furlong Flooring. Mr. Furlong besaß auch eine Reihe von erfolgreichen Rennpferden und Windhunden. Eines seiner Top-Pferde verdiente vor einigen Jahren angeblich mehr als 5 Millionen Dollar im Rahmen des Cheltenham Racing Festivals.

Furlong betrachtete Poker stets als einen entspannenden Zeitvertreib. Er spielt nur zum Spaß. Er konnte in den letzten Jahren zwar überredet werden, wieder ein paar Turniere in Irland und England zu spielen, bei der WSOP ist er aber seit seinem Sieg vor zehn Jahren nie wieder erschienen. Jetzt 72 Jahre alt, lebt er in Corragh Furlong, Irland - bekannt als das irische Mekka der Pferderennbahn, seine wahre Leidenschaft. Es gibt Spekulationen, dass Furlong irgendwann zur WSOP zurückkehren könnte. Wenn ja, dann aber nur, weil er gerne das Spiel genießt und sich nach ein bißchen Konkurrenz sehnt.

 

Fußnoten:

[1] Chris Moneymaker gewann 2,5 Millionen Dollar für seinen Sieg im Main Event 2003. Allerdings hat er wohl bereits den mehrfachen Betrag mit Werbe- und Beraterverträgen, Vorträgen und Honoraren verdient. Andere Champions die nach ihrem WSOP-Sieg kräftig abkassierten waren allen voran Johnny Chan, Phil Hellmuth, Chris "Jesus" Ferguson, Scotty Nguyen.

[2] Stu Ungar gewann den WSOP Main Event dreimal - im Jahre 1980, 1981 und 1997 - eine beispiellose Leistung, die nur schwer zu wiederholen sein wird. Johnny Moss gewann ebenfalls dreimal, allerdings kam sein erster Sieg durch eine Abstimmung der teilnehmenden Spieler zustande.

[3] Hamid Dastmalchi verkaufte sein goldenes Armband das er 1992 beim WSOP Main Event gewann, an Poker-Profi Ted Forrest für angeblich $ 1.500. Das ganze geschah sicher nicht Geldnot.

[4] Von den 25 noch lebenden ehemaligen Main Event Champions, haben nur vier nicht am 2009 von ESPN im Fernsehen übertragenen "Champions Cup“ teilgenommen. Gefehlt haben: Mansour Matloubi, Hamid Dastmalchi, Russ Hamilton, und Noel Furlong.

[5] Russ Hamilton betont dass er sich nicht öffentlich über seine Rolle in dem Streitfall äußern kann, auf Rat seines Anwalts.

[6] Landsmann Iren Padraig Parkinson schaffte es ebenfalls an den 1999 Main Event Final Table. Parkinson erinnerte sich daran, dass Furlong immer wieder all-in ging, nur um anschließend oft schrecklich schlechte Karten zu zeigen, nachdem jeder ausgestiegen war. Er war eng befreundet mit Furlong, und stellte fest, dass Furlong wahrscheinlich der einzige Weltmeister ist, der das Geld nicht wirklich notwendig hatte. Parkinson beliebte auch stets zu scherzen, dass Furlong seit jeher nichts anderes als ein Poker-Amateur war, der das Spiel nicht wirklich ernst nahm. Trotzdem hat er die Weltmeisterschaft gewonnen und die zweimal Irish Poker Open. "Ich habe mein ganzes Leben lang versucht, diese beiden Majors zu gewinnen", so Parkinson. "Mein Kumpel Noel gewann sie innerhalb von wenigen Jahren insgesamt dreimal, und er nimmt die Sache nicht mal ernst, im Gegensatz zu mir. So viel zum Thema professioneller Pokerspieler."

 

Quelle: wsop.com




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